Notaufnahmen und Geburtenstationen schließen?

Liste Lebenswerte Ortenau - LILO: Notaufnahmen und Geburtenstationen schließen?

Wie wir bereits berichteten haben CDU, Freie Wähler, SPD und FDP die Verwaltung bereits in der letzten Kreistagssitzung dazu aufgefordert, beim Ortenau Klinikum weitere Kürzungsmaßnahmen zu erarbeiten. Nun wurden laut Medienberichten in einer nichtöffentlichen Sitzung des Verwaltungsrats ein Teil dieser Pläne angeblich vorgestellt.

Bereits in den letzten Jahren kritisierten wir immer wieder diese Hinterzimmer Politik. Somit stellen Verwaltung und Kreisräte am Ende die Bevölkerung vor vollendete Tatsachen und versuchen damit, Protest unmöglich zu machen.

Zum Glück gibt es aber noch aufrichtige Menschen, die solche Informationen der Öffentlichkeit zuspielen. So wurde u.a. bekannt, dass geplant sei, die Geburtenklinik in Lahr und Achern zu schließen. Eine Katastrophe unserer Meinung nach, da es schon jetzt Berichte darüber gibt, dass Frauen in Krankenwagen ihre Kinder zur Welt bringen. Denn würden die beiden Standorte geschlossen, könnte man im ganzen Ortenaukreis nur noch in Offenburg sein Kind in einer Klinik zur Welt bringen. Das sind viel zu lange Wege, die im Notfall auch mal tödlich enden können.

Hinzu kommt, dass viele Frauen sich jetzt schon wie in einer Massenabfertigung bei der Geburt fühlen. Dauert die Geburt zu lange, dann werden Frauen oftmals dazu gedrängt, das Kind per Kaiserschnitt zur Welt zu bringen. Das alles nur, damit die Klinik Profite erwirtschaftet.

Doch die Schließung der Geburtenstation wird nur der Anfang sein. Wir erinnern nochmals daran, dass wir genau vor diesem Szenario gewarnt haben. Die Klinikverschlechterungsreform, die sogenannte „Agenda2030“, hat dem Kreis und seinen Bürgern ein Millionendefizit aufgelastet. Die gewünschten Aussichten des Lohfert & Lohfert Gutachtens, dass die Klinik bald positive Zahlen schreiben würde, sind nie eingetreten.

Nun will man laut Medienberichten aber wieder auf die Firma Lohfert & Lohfert zurückgreifen. Natürlich, um weitere Kürzungsmaßnahmen zu rechtfertigen und eine rosige Zukunft in Aussicht zu stellen. So gehen auch die Gerüchte um, dass der Neubau in Lahr in Frage gestellt wird und das Klinikum in Achern zu einem Pflegeheim umgebaut werden könnte.

Den Neubau in Lahr haben wir schon von Anfang an abgelehnt. Sollte der Neubau gestrichen werden, fragen wir uns aber, warum man Millionen an Steuergelder für die Planung zum Fenster herausgeschmissen hat, obwohl von Anfang an klar war, dass das nichts wird. Wenn Achern seinen Krankenhausstandort verlieren würde, wäre das eine Katastrophe, vor allem auch für das Renchtal.

Wenn die Bevölkerung jetzt nicht auf die Barrikade geht, dann wird sich die Gesundheitsversorgung im Ortenaukreis weiter massiv verschlechtern. Klar brauchen die meisten von uns heute oder morgen kein Krankenhaus. Aber einmal im Leben wird zumindest jeder selbst oder jemand aus der nahen Familie dieses benötigen. Wenn es dann heißt, die Kapazitäten sind überlastet, kann aus einer Lappalie schnell der Tod entstehen.

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